Fertighaus-Hausbau

Der Begriff "Fertighaus" bezieht sich in einigen Regionen Deutschlands nicht unbedingt auf die Bauweise an sich, sondern auf den Wortstamm "fertig". Die potentiellen Eigenheimbesitzer wünschen sich ein schlüsselfertiges Massivhaus, in das sie sofort einziehen können. Zukünftige Bauherren fragen deshalb häufig nach "fertigen Massivhäusern", ohne genau zu wissen, wie ein Massiv- oder Teilmassivhaus aus Fertigbauteilen überhaupt aufgebaut wird und worauf Sie bei der Planung und Entscheidung achten müssen. Die Gemeinsamkeiten, Besonderheiten und Unterschiede erklären wir Ihnen in diesem Abschnitt.

Über den Begriff "schlüsselfertig" finden Sie übrigens auf www.schluesselfertig.info interessante Informationen.

 

Wann ist ein Haus ein Massivhaus?

Massivhaus-RohbauWenn mindestens die tragenden und stützenden Wände aus Stein oder mineralischen Stoffen errichtet werden, dann bauen Sie ein Massivhaus. Trennwände ohne tragende oder stützende Eigenschaften jedoch werden auch bei Massivhäusern oft als Leichtbauwand errichtet. Es gibt beim Massivhaus-Neubau sogenannte „Mischformen“. Gemeint sind hiermit Häuser, deren Giebel aus Holz bestehen. Im unteren Preissegment baut man ab Oberkante der ersten Geschossdecke mit einer Holzkonstruktion weiter. Bei einem Massivbau nach bewährter Ausführung sind jedoch auch die Giebel massiv und selbst der Kniestock (Drempel), auf dem der Dachstuhl aufliegt, besteht aus Massivmauerwerk oder Beton.

 

Baustoffe, die beim Massivhausbau am häufigsten zum Einsatz kommen sind:

Kalksandstein

KalksandsteinDer schlichte Mauerstein in weiß und überzeugt durch eine hohe Tragfähigkeit. Kalksandstein wird aus den natürlichen Rohstoffen Kalk, Sand und Wasser hergestellt und im Rohbau für Innen- und Außenwände verwendet. Je nach Rohdichte, Druckfestigkeitsklasse und Frostwiderstand werden verschiedene Qualitäten genutzt. Der Einsatz als tragendes oder nichttragendes Mauerwerk entscheidet über die Steinqualität und Steinform. Ein breites Produktsortiment (Plansteine, Blocksteine) vom Kleinformat über den großformatigen Systembau bis hin zu vorgefertigten Mauertafeln bieten umfangreiche Einsatzmöglichkeiten vom Rohbau bis zum Sichtmauerwerk als ästhetisches Gestaltungselement. Von Nachteil sind bei diesem Baustoff die ungenügenden Wärmedämmeigenschaften. Man kann die Mindestanforderungen an die Energieeinsparverordnung (EnEV) nur bei zweischaligem Wandaufbau mit Kerndämmung oder einem zusätzlichen Wärmedämmverbundsystem erreichen.

 

Gas- oder Porenbetonstein

PorenbetonPorenbeton gehört zur Gruppe der Leichtbetone und besteht aus den Rohstoffen Sand, Kalk und Wasser. Es handelt sich um Rohstoffe aus der Natur, die in großen Mengen verfügbar sind. Gasbeton wird im Mauerwerksbau für Außen- und Innenwände eingesetzt. Hierbei findet der Baustoff Verwendung als Planblock und Mauerstein sowie als Fertigbauteil. Unter einem Mikroskop betrachtet, sieht der Stein aus wie ein Schwamm, bestehend aus vielen Poren. Eben diese kleinen Hohlräume verleihen dem Baumaterial nicht nur seinen Namen, sondern auch seine idealen Wärmedämmeigenschaften. Diese ermöglichen den geforderten energieeffizienten Hausbau ohne Zusatzmaßnahmen und sind ein wichtiger Zeitsparfaktor. Auch der Hausbau als Energieeffizienzhaus ist mit Gasbetonmauerwerk kein Problem.

 

Ziegel- oder Backstein

ZiegelsteinBackstein (Ziegel) ist einer der ältesten Baustoffe. Er wird seit Jahrhunderten für den Hausbau verwendet. Der Baustoff besteht aus gebranntem Ton oder Lehm. Er ist wetterfest, atmungsaktiv, klimaeffizient und energiesparend. Das Material Ziegel wird beim Hausbau für das Mauerwerk sowie als Dachziegel und als Klinker eingesetzt. Klinker sind hochfeste und frostfreie Ziegel, die in der Regel als Vormauersteine für Klinkerfassaden verwendet werden. Aber auch im Kanalbau finden Ziegelsteine Verwendung, etwa bei gemauerten Kanalschächten, da diese sich bei notwenigen Reparaturarbeiten positionsgenau öffnen und wieder verschließen lassen.

 

Auf www.massivhaus-massivbau.de finden Sie weitere Informationen zu den  Baustoffen beim Massivbau.

 

Gibt es große Unterschiede bei der Bauzeit von Massiv- und Fertighäusern?

Als größter Vorteil eines Fertighauses wird immer dessen kurze Bauzeit genannt. Doch in der Praxis schmilzt dieser Vorteil deutlich zusammen, denn auch bei Fertighäusern müssen Wartezeiten für die Trocknung der Bodenplatte und des Estrichs eingehalten werden. Davor gibt es allerdings für den Bauherrn eines Fertighauses Wartezeiten ganz anderer Art: Wenn der Bauvertrag mit der Fertighausfirma abgeschlossen ist, dann ist kaum davon auszugehen, dass die Arbeiter sofort mit der Produktion der Bauteile beginnen. Verzögerungen treten nicht nur auf, weil zuerst die Aufträge anderer Kunden an der Reihe sind, sondern auch, weil möglicherweise die extern bestellten Fenster und Türen nicht den Standardmaßen entsprechen und separat gefertigt werden müssen. Weitere Verzögerungen sind durch Personalengpässe in der Ferienzeit oder durch sehr strenge Winter möglich. Sind die Bauteile fertig, muss auch der Transport genau geplant werden, weil die Fahrzeuge natürlich ökonomisch vertretbar eingesetzt werden sollen.

 

Wie können Wartezeiten beim Massivhaus-Neubau verringert werden?

Nach dem  Einzug in ein neues Massivhaus ist in der Regel noch so viel Baufeuchtigkeit vorhanden, dass die Bewohner nicht ohne Stoßlüftung und Trockenheizen auskommen. Diese Methoden sind sehr energieintensiv und damit teuer. Damit sind sie nicht nur wenig geeignet für eine effektive Bautrocknung, sondern bilden wegen der langen Trocknungsdauer von oft mehreren Jahren den idealen Nährboden für Schimmelpilzbefall.
Um sowohl die hohe Kostenbelastung als auch Bauschäden durch Feuchtigkeit zu vermeiden, ist eine technische Bautrocknung die beste Lösung. Fachbetriebe bieten zwei Varianten an: die zehn Tage dauernde Termintrocknung und die ca. 40 Tage dauernde technische Bautrocknung. Letztere Methode ist eine besonders preisgünstige und schonende Möglichkeit, einen Neubau vollständig zu trocknen.

Für ein Einfamilienhaus mit etwa 100 Quadratmeter Wohnfläche kostet  die professionelle Termintrocknung circa 1.500 Euro. Die technische Bautrocknung wird zwischen 500 und 600 Euro veranschlagt. Informatives zu Bautrocknung nach dem Hausbau finden Sie auf www.hausbauberater.de.

 

 

 

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