Fertighaus-Hausbau

Blockbohlen-FertighausDiese Bauweise könnte als Massivbauweise bezeichnet werden und verwendet, wie der Name bereits aussagt, Bohlen (in diesem Fall Stämme, Kanthölzer, Balken), die blockweise aufgeschichtet und verbaut werden. Die Blockbohlenbauweise ist eine seit langem bekannte und bewährte Bautechnik und ist über viele Jahrhunderte hinweg die am meisten verbreitete Bautechnik Europas. Seit der Entdeckung Amerikas kennen wir Blockbauten vor allem aus Westernfilmen und bringen diese Bauart kaum mehr mit unseren heimischen Gefilden in Verbindung. Dabei diente diese Technik in den waldreichen Gegenden Europas seit der Eisen- und Bronzezeit (2800 v. Chr.) zur Errichtung von Wohnhäusern und Bauwerken aller Art.

Blockbohlenhäuser gehören zu den Favoriten, wenn es darum geht, ein sogenanntes Ökohaus mit gesundem Wohnklima und guter Belüftung zu errichten. Ein Blockhaus besitzt eine angenehme, ursprüngliche Aura und fügt sich perfekt in alle landschaftlichen Strukturen ein. Es bildet sozusagen eine Einheit mit seiner Umwelt und wird bevorzugt in ländlichen Gebieten neu gebaut. In den Ortschaften gehören diese Häuser zu den optischen Highlights und heben sich wohltuend von genormten Fertigteilhäusern der oft gleichen Bauart ab. Ein Haus in Blockbohlenbauweise wirkt immer unkonventionell, individuell und nie spießig, selbst wenn es nicht aus einem Bausatz selbst errichtet, sondern schlüsselfertig übergeben wird.

 

Genial einfach oder einfach genial?

Blockhaus bauenDas Grundprinzip der Blockbohlenbauweise ist so einfach wie genial. Naturbelassene oder nur minimal bearbeitete und geschälte Holzstämme werden horizontal aufeinandergeschichtet. Miteinander werden die aufeinanderliegenden Balken mittels Nut und Feder (einzeln) oder gefräster Nut und Feder (einfaches oder doppeltes Stecksystem) verbunden. Eine Verblattung, Verkämmung, Verzinkung, Verschwalbung oder Verschrotung der einzelnen Bohlen in den Ecken sorgt für die notwendige Aussteifung des Gebäudes. Die Eckverbindungen sind regional verschieden gestaltet, wobei die sichtbaren Hirne gern mit kunstvollen Verzierungen versehen sind.

Die Eckelemente werden auch Zimmer genannt, worauf sich noch heute die Bezeichnung des Zimmermanns bezieht, der diese Technik in den verschiedensten Ausführungen beherrschen muss. Fenster und Türöffnungen werden problemlos ausgespart und später mit einem Rahmen versehen, wobei Fenster- und Türrahmen auch an den Wandinnenseiten angebracht werden können. Hierdurch entsteht ein besonders rustikaler, mittelalterlicher Charakter des Gebäudes. Die traditionell verwendeten Holzarten sind Fichte und Tanne, hierbei muss besonderer Wert auf ein gerades Wuchsbild des Baumstammes gelegt werden. Mögliche Ritzen werden in der Vergangenheit mit Lehm, Moos, Wolle und anderen natürlichen Materialien "gestopft". Als Bodenplatte dient gestampfter Erdboden oder das Haus erhält ein Luftpolster zum Boden, indem es auf Schwellenholz errichtet und mit Holzbohlen beplankt wird. Diese Technik wird gern bei einfachen Waldhütten angewendet. Das Dach wird ebenfalls aus zusammengefügten Holzstämmen mit geringerem Durchmesser gefertigt.

 

Bohle für Bohle rustikale Gemütlichkeit

Die oben beschriebene genial einfache Methode, ein Blockbohlenhaus mit einer Axt, ein paar Baumstämmen aus dem Wald und seiner Hände Arbeit zu errichten, ist für den modernen Hausbau natürlich unüblich. Dennoch ist das Prinzip dasselbe und findet bevorzugt bei Garten- und Gerätehäusern, Saunahütten oder Garagen Anwendung, die inzwischen so einfach wie ein Kleiderschrank zusammengebaut werden können.

Blockhaus bauenModerne Wohnhäuser in Blockbohlenbauweise bestehen aus Rundholz- oder Vierkanthölzern, die mittels Nut und Feder im Baukastensystem zusammengesteckt werden. Zum Einsatz kommt häufig skandinavische Polarkiefer, weil dieses Holz selbstisolierende Eigenschaften besitzt und als sehr widerstandsfähig gegen äußere Einflüsse und Schädlinge gilt. Module, also Wandelemente, bei denen die Außenwände inklusive Türen- und Fensteraussparungen bereits vorgefertigt sind, müssen nur noch zusammengesteckt werden. Diese bestehen beim Fertighausbau oft aus mehrschichtig verleimten Einzellamellen und nicht mehr aus massiven, einzelnen Bohlen.

fh12aEin- und zweigeschossige Fertigteilhäuser in Blockbohlenbauweise werden von vielen Herstellern als Selbstbausatz in verschiedenen Größen und Hausformen angeboten - fertig geschliffen, versiegelt und durchnummeriert. Die Teile werden auf einer dem Grundriss entsprechenden betonierten Bodenplatte aufgebaut. Für einfache Geräteschuppen ist keine Bodenplatte vorgeschrieben. Für den Selbstaufbau benötigt der Bauherr einiges Geschick und tatkräftige Unterstützung, kann jedoch viel Geld sparen. Die Wärmedämmung der modernen Massivholzhäuser erfolgt ausschließlich von innen mittels Verschalung. Hierfür gibt es verschiedene Systeme, die als vorgefertigte Sandwichelemente, fix und fertig mit Dämmmaterialien verfüllt, angeliefert und in den Rohbau eingebaut werden. Mit der richtigen Dämmung, die mindesten 20 Zentimeter Stärke besitzen muss, werden hohe Wärmedämmwerte erreicht, womit aus einem einfachen Blockhaus ein Energieeffizienzhaus werden kann.

 

Außen rustikal - innen hochmodern

Die Innenverkleidung besteht ebenfalls aus Holz oder Holzverbundplatten, nämlich einer Blockbohlenaußenseite, die auf der Innenwand aufliegt, und einer Innenwandplatte, auf die Tapete, Farbe oder gar nichts kommt. Dazwischen befindet sich die Dämmung. Eine Außenverkleidung oder das Verputzen eines Blockhauses ist unüblich und würde das natürlich-rustikale Bild zerstören.

HolzhausDie Holzstammoptik ist bei der modernen Blockbohlenbauweise nur von außen gegeben, die Innenräume haben aufgrund der Verschalung glatte Wände, wobei Balken, Streben, Türzargen und andere Holzelemente den rustikalen Eindruck auch nach innen transportieren können. Weniger talentierte potenzielle Eigenheimbesitzer lassen bauen und freuen sich über ein schlüsselfertiges Blockbohlenhaus, bei dem sie sich nur noch um die Einrichtung kümmern müssen. Es sind übrigens verschiedene Dachformen möglich. Die Dachkonstruktionen werden bevorzugt mit Ziegeln oder Pfannen gedeckt, am besten bewährt hat sich das Satteldach.

 

 

 

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